GESUNDHEITSTIPP: Kindliches Schielen

GESUNDHEITSTIPP: Kindliches Schielen

Probleme mit den Augen kann es auch schon im Kindesalter geben. Etwa 5 Prozent der Kinder in Österreich leiden unter Strabismus (Schielen). Dies ist nicht lediglich ein kosmetisches Problem, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, die mit Sehbehinderungen einhergeht.

Unbehandelt wird instinktiv das nicht dominante Auge in der Wahrnehmung unterdrückt, was zur Folge hat, dass sich eine Amblyopie (Schwachsichtigkeit) entwickelt. Das Sehvermögen ist dann deutlich reduziert und die räumliche Wahrnehmung beeinträchtigt.

In der Behandlung der Schwachsichtigkeit bringt eine möglichst frühzeitige Therapie die besten Erfolgschancen. Eine Therapie kann schon im ersten Lebensjahr notwendig sein und sollte im Idealfall bis zur Einschulung abgeschlossen sein. Ab zehn Jahren gibt es so gut wie keine Heilungschancen mehr, da ab diesem Alter die Sehentwicklung im Gehirn weitgehend abgeschlossen ist und deshalb nur noch wenig beeinflusst werden kann.

Die Basis der Therapie ist die optimale Korrektur der Sehfehler mit Brillen. Auch Babys und Kleinkinder müssen manchmal schon Brillen tragen. Um das schwachsichtige Auge zu trainieren wird das stärkere Auge zeitweise mit einem Augenpflaster abgeklebt (Okklusionstherapie)

"Das Schielen selbst ist in den meisten Fällen kein Problem der Augenmuskeln", erklärt Dr. Dragosits, Augenarzt in Schwanenstadt, "sondern die Folge einer fehlerhaften Verschaltung im Hirnstamm."

Diese Fehlsteuerung kann durch eine Operation an den Augenmuskeln korrigiert und das Schielen damit behandelt werden. Es handelt sich dabei um sehr sichere Routineoperationen.

 

Dr. Dragosits bittet Eltern, die im Mutterkindpass vorgesehenen Untersuchungen unbedingt durchführen zu lassen.

"Eine Schwachsichtigkeit kann durch große Dioptrienunterschiede beider Augen oder auch durch Schielformen, die kosmetisch für Laien kaum erkennbar sind, verursacht werden." Beides gehört unbedingt schon im Kindesalter behandelt. Später ist keine adäquate Therapie mehr möglich.

 

Quelle: Augenarzt Dr. Ernst Dragosits

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