Donnerstag 23. Mai 2019
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Hohe Security-Kosten auf der OÖVV Linie 563 „Nachtschwärmer“

Verhalten Jugendlicher machte Einsatz von Sicherheitspersonal notwendig. Kosten dafür auf Dauer nicht tragbar. Andere Maßnahmen sind erforderlich.

Die OÖVV Linie 563 Schwanenstadt – Vöcklabruck – Seewalchen – St. Georgen/A., auch „Nachtschwärmer“ genannt, sorgt seit vielen Jahren an Wochenenden für eine sichere und günstige Fortbewegung im Nachtleben entlang dieses dicht besiedelten Korridors. 

Aufgrund zahlreicher Vorfälle mit vorwiegend betrunkenen Jugendlichen müssen die Fahrten seit Dezember von Sicherheits- personal begleitet werden. Da die hohen Kosten dafür auf Dauer nicht tragbar sind, muss der OÖ Verkehrsverbund nun andere Maßnahmen ergreifen.

Seit über 13 Jahren gibt es im Bezirk Vöcklabruck eine Nachtbuslinie, um vor allem jugendlichen Fahrgästen eine sichere und günstige Möglichkeit zu bieten, an Wochenenden Lokale und Diskotheken in der Region sicher und günstig zu erreichen. Der „Nachtschwärmer“ ist immer freitags und samstags und in den Nächten vor Feiertagen in der Zeit von 20 Uhr bis 04 Uhr zwischen Schwanenstadt und St. Georgen/A. unterwegs. Insgesamt haben 2018 rund 25.000 vorwiegend jugendliche Fahrgäste dieses Angebot genutzt.

Ca. 2/3 der Fahrgäste besitzen ein OÖVV Jugendticket Netz. Mit diesem Ticket können Ju- gendliche über die Freifahrt zur Schule oder Lehre hinaus den „Nachtschwärmer“ aber auch alle anderen Verbindungen im gesamten OÖVV Verkehrsnetz ohne zusätzlich Kosten nutzen. Die Fahrgeldeinnahmen auf der Linie 563 sind daher mit insgesamt nur knapp € 15.000 jährlich sehr gering. Der Betrieb der Linie kostet jährlich allerdings € 126.000.

Leider hat sich das Verhalten der Jugendlichen im Jahr 2018 derart verschlechtert, dass es zu zahlreichen Fahrtunterbrechungen und sogar kompletten Fahrtabbrüchen gekommen ist. Das mit der Durchführung des Fahrbetriebs beauftragte Verkehrsunternehmen die „ÖBB-PostbusGmbH“ ist mit Beschädigungen und hohen Reinigungskosten der oft stark verschmutzten Busse konfrontiert. Die Busfahrerinnen und Busfahrer waren den oft alkoholisierten, aggressiven und randalierenden Jugendlichen nicht mehr gewachsen und mussten bereits mehrmals die Polizei anfordern.

Um die Sicherheit aller Fahrgäste aber auch der Busfahrerinnen und Busfahrer zu gewährleisten, muss der OÖ Verkehrsverbund nun bereits seit vielen Wochen Sicherheitspersonal in den Bussen einsetzen. Die Kosten dafür liegen bei € 6.500,- pro Monat. Da weder das Land Oberösterreich noch die betreffenden Gemeinden bereit sind, diese Kosten auf Dauer zu übernehmen, muss der OÖ Verkehrsverbund nun andere Maßnahmen ergreifen.

„Weder das Land OÖ noch die betreffenden Gemeinden sind verständlicherweise bereit, öffentliches Steuergeld für das Fehlverhalten von überwiegend betrunkenen Jugendlichen aufzuwenden. Wir haben uns mit Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner und den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Gemeinden abgestimmt und vereinbart, dass notwendigen- falls die Jugendlichen in Zukunft selbst für die anfallenden Sicherheitskosten aufkommen müssen“, informiert Herbert Kubasta, Geschäftsführer der OÖ Verkehrsverbund Gesellschaft über die abgestimmte Vorgehensweise.

Der OÖVV wird demnach Ende Februar den Sicherheitsdienst einstellen und beobachten, ob sich die Situation wieder normalisiert. In dieser Zeit wird der „Nachtschwärmer“ zwar unbegleitet von Sicherheitspersonal unterwegs sein, das Verhalten der Jugendlichen wird aber weiter genau beobachtet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des OÖ Verkehrsverbundes und Vertreterinnen und Vertreter von Jugendorganisationen aus den Gemeinden werden die Fahrten stichprobenartig begleiten und entsprechend über die Situation berichten. Sollte es zu keinen Vorfällen mehr kommen, wird die Linie 563 auch ab April ohne Begleitung durch Sicherheitspersonal unterwegs sein.

Sollten sich die Probleme jedoch erneut einstellen, wird auch wieder Sicherheitspersonal eingesetzt. Der OÖ Verkehrsverbund wird dann allerdings die Kosten dafür nicht mehr selbst tragen, sondern den Fahrgästen über einen Fahrpreis verrechnen. Der Fahrpreis wird voraussichtlich € 3 pro Fahrt betragen.

„Wenn aufgrund des Verhaltens von betrunkenen jungen Fahrgästen höhere Kosten für den Fahrbetrieb dieser öffentlichen Verkehrsverbindung notwendig sind, dann müssen in Zukunft die Jugendlichen selbst durch einen entsprechenden Fahrpreis dafür aufkommen,“ so Infrastruktur Landesrat Günther Steinkellner, dem die Sicherheit der Fahrgäste sehr wichtig ist.

Landesrat Günther Steinkellner und die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Gemeinden appellieren jedoch an die Jugendlichen im Bezirk Vöcklabruck, dass sie es nun selbst in der Hand haben, ob bei der Benützung des „Nachtschwärmers“ in Zukunft Kosten für sie anfallen oder nicht. Die Jugendorganisationen der Gemeinden werden die Jugendlichen auch in diversen Jugendclubs, Vereinen und in den Schulen über die Vorgehensweise und die drohenden Konsequenzen informieren.

Quelle: Verkehrsverbund OÖ