IM GESPRÄCH: Direktorin Erika Fehringer von der Sport-NMS Schwanenstadt zum Schul-Neustart nach der Corona-Krise

Kurz vor dem Neustart der Schulen bat die Redaktion von Schwanenstadt.news die Direktorinnen der Schwanenstädter Schulen zum Gespräch.

Der Schulbeginn NEU nach und während der Corona-Krise steht an. Wie war für Sie und Ihre Pädagoginnen in dieser außergewöhnlichen Situation die neue Art des Unterrichts?

Wir Lehrerinnen und Lehrer sind ja bekannt für Planungen und Vorbereitungen und das machen wir auch sehr gut. Aber die überraschende Schulschließung – am Freitagmittag erfuhren wir offiziell über die Schulschließung am Montag – überrollte uns sprichwörtlich und wir stießen kurzfristig an unsere Grenzen. In einer noch am Freitag spontan einberufenen Krisensitzung überlegten wir, wie wir einerseits die Elterninformationen weitergeben und andererseits wie die SchülerInnen am besten zu ihren digitalen Arbeitspaketen kommen. Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten in den ersten Tagen – es war ja auch für die Eltern und SchülerInnen nicht einfach, sich mit der neuen Situation zurechtzufinden (fehlende Endgeräte, schlechtes Internet und Beaufsichtigung uvm.) – funktionierte das Distance-Learning sehr gut. Wir konnten den Großteil der SchülerInnen für die neue Form des Lernens begeistern, manche liefen zu überraschenden Hochformen auf und lieferten Zusatzarbeiten ab. Auch die Kreativität kam nicht zu kurz, wie die vielen Foto- und Videorückmeldungen zeigten. In Religion wurden zu Ostern „Engel, die Mut machen“ gezeichnet oder gebastelt, in Werken präsentierten die SchülerInnen stolz ihre Insektenhotels und Nistkästen und in Sport wurde zur wöchentlichen Challenge aufgerufen. 

 

Demnächst geht der Unterricht in Ihrer Schule wieder los. Mussten besondere Maßnahmen für den Unterricht ergriffen werden, oder gibt es einen ganz normalen Schulbetrieb? Hat es Auswirkungen auf die Lernlandschaft Ihrer Schule?

Der Schulbetrieb wird nach dem Prinzip der „Verdünnung“ und strengen Vorgaben nach dem Prinzip „Hygienemaßnahmen“ schrittweise hochgefahren. Ein normaler Schulbetrieb ist daher nicht möglich. Unter Verdünnung versteht der Minister Unterricht in Gruppen. Das bedeutet, die Schülerinnen werden in zwei gleich große Gruppen eingeteilt und tageweise abwechselnd unterrichtet. Ein Tag Unterricht in der Schule, ein „Hausübungstag“ zu Hause. Falls Eltern für ihre Kinder am „Hausübungstag“ eine Beaufsichtigung benötigen, haben wir LehrerInnen dafür abgestellt. Das freie Lernen auf den Marktplätzen wird aufgrund der Mindestabstände leider nur in eingeschränkter Form möglich sein.

 

Sind Sie gespannt auf die Einstellung der SchülerInnen, wenn sie jetzt wieder sozusagen live in den Schul-Alltag einsteigen?

Aufgrund der regelmäßigen Rückmeldungen der SchülerInnen wissen wir, dass das Distance Learning großen Spaß gemacht hat, sie sich aber sehr auf die Schule, die LehrerInnen und vor allem die MitschülerInnen freuen. Die liebgewonnen sozialen Kontakte werden aber aufgrund der Hygienevorschriften sehr eingeschränkt stattfinden können. Highlights wie Klassenfahrten, Wandertage, Sportveranstaltungen und Monatsmeetings müssen im heurigen Schuljahr leider ausfallen, auch die zur Tradition gewordene Verabschiedung der 4. Klassen und der Abschlussgottdienst können nur sehr eingeschränkt stattfinden.

 

Was erwarten Sie sich von den restlichen Monaten des Schulbetriebs?

Wir werden die verbleibenden sieben Wochen versuchen, die SchülerInnen bestmöglich auf die nächste Schulstufe vorzubereiten.Daneben werden wir die Zeit auch dafür nutzen, das Erreichte abzusichern, zu festigen und das selbstorganisierte Lernen weiter zu pflegen. Es wird eine spannende und fordernde Zeit für uns alle.

 

Wird sich die teilweise Unterbrechung auf das Benotungssystem auswirken? Gibt es da Vorgaben von der Regierung?

Die Benotung in der Corona-Krisestützt sich nicht wie gewohnt auf hauptsächlich schriftliche und mündliche Prüfungen, sondern rückt den Fleiß der zuhause erbrachten Arbeiten der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt. 
BM Faßmann spricht vom Prinzip der „Leistungsbeurteilung nach Augenmaß“. 
Die wesentliche Basis der Leistungsbeurteilung für das Jahreszeugnis bilden das Semesterzeugnis sowie die Leistungen, die bis zur Schulschließung am 16. 3. 20 erbracht worden sind (Schularbeiten, Tests, Mitarbeit). Weitere Schularbeiten werden nicht mehr stattfinden. Die Leistungen, die im Rahmen des Distance - Learning erbracht wurden und auch die des nun folgenden Präsenzunterrichtes, fließen in die Gesamtbeurteilung ein. SchülerInnen, die ihre Arbeitspakete zu Hause gewissenhaft erledigt und kontinuierlich mitgearbeitet haben, sollen für ihre Mitarbeit auch honoriert werden.
SchülerInnen, die auf einer Zwischennote stehen und die bessere Note erlangen wollen, haben ein Recht auf eine „Wunschprüfung“.

 

Worauf müssen sich die Eltern vorbereiten oder einstellen? Gibt es Vorgaben für einen Corona-sicheren Schulbetrieb?

Die Eltern sind über unsere Homepage informiert, was Stundenplan, Gruppeneinteilung, Beaufsichtigung und Hygienevorschriften betrifft. 
Was das vorgeschriebene Hygienehandbuch anlangt, so sind wir in Absprache mit der Gemeinde, dem Schulwart und dem Reinigungspersonal bestens vorbereitet und nehmen die Situation sehr ernst. Es wurde von unserer Seite ein Regelkatalog erstellt.  LehrerInnen sowie Reinigungspersonal werden abgestellt, um für die Einhaltung der nötigen Schutzmaßnahmen Sorge zu tragen. Die Eltern haben lediglich die Aufgabe, ihre Kinder mit Mundschutz in die Schule zu schicken und sie für Mindestabstand und regelmäßiges Händewaschen bzw. Desinfizieren zu sensibilisieren. 

 

Was haben Sie als Schule aus dieser Krisensituation in Richtung Medienkompetenz für die Zukunft gelernt?

Wir warenin Sachen digitaler Medienkompetenz auch durch Unterstützung von Mediahouse24 auf einem sehr guten Weg. Einzelne LehrerInnen haben in dieser Zeit auch versucht, mit ihren SchülerInnen per Videokonferenzen in Kontakt zu treten und zu unterrichten. 
Die Krisensituation hat uns aber gelehrt, dass wir einerseits eine einheitliche digitale Elternkommunikation brauchen, die es uns ermöglicht, rasch und unkompliziert mit den Eltern in Kontakt zu treten und die der DSGVO unterliegt. Die Einführung „Schoolupdate“ wird gerade vorbereitet und ab Herbst freigeschaltet. Andererseits ist auch bereits eine einheitliche Online Lernplattform in Vorbereitung, um die neue Form des Lernens weiter zu entwickeln.
Die Krise hat unsere Philosophie „Freiarbeit“ gestärkt und wesentlich dazu beigetragen, das eigenverantwortliche Lernen zu forcieren.

 

Quelle: Schwanenstadt.news / Mediahouse24

Fotocredit: Erika Fehringer

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