Kriegsgräberanlagen als steinerne Mahnung gegen Krieg

Kriegsgräberanlagen als steinerne Mahnung gegen Krieg

Sektionschef Mathias Vogl mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der historischen Abteilung am Zentralfriedhof

Anlässlich des Jahrestages des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs besuchte der für die Kriegsgräberfürsorge zuständige Sektionschef Dr. Mathias Vogl die Gruppe 91 am Wiener Zentralfriedhof. Er legte in Beisein von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der historischen Abteilung des Innenministeriums Blumen im Gedenken an die Opfer des Ersten Weltkriegs nieder.

"Der 28. Juli 1914 ist als Beginn einer weltweiten Katastrophe in die Geschichte eingegangen, der über zehn Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind. Gleichzeitig ist der Erste Weltkrieg weitgehend aus dem kollektiven Gedächtnis Österreichs verschwunden, nur die unzähligen Kriegsgräber sind uns steinerne Mahnung", sagte Bundesminister Gerhard Karner als zuständiger Minister für die Kriegsgräberfürsorge.

Stellvertretend für die fast 1,5 Millionen gefallenen Soldaten der österreichisch-ungarischen Armee, aber auch für die vielen Toten anderer Nationen sind am Wiener Zentralfriedhof etwa 23.000 Opfer verschiedener Kriegsschauplätze des Ersten Weltkrieges begraben. Der Erhalt von Kriegsgräberanlagen fällt aufgrund der geltenden Kriegsgräberfürsorgegesetze in die Zuständigkeit des Bundesministeriums für Inneres. Seit Juli 2022 ist diese Zuständigkeit in einer neuen Abteilung für historische Angelegenheiten aufgegangen, die auch die Fachaufsicht über die KZ-Gedenkstätte Mauthausen innehat.

Seit über 100 Jahren ist das Totengedenken und die Gräberpflege für die gefallenen und verstorbenen Kriegsopfer gesetzlich geregelt. Und seit 1920 hilft das Österreichische Bundesheer in Zusammenarbeit mit dem Schwarzen Kreuz die Kriegsgräber bzw. Denkmäler für die Gefallenen und Kriegsopfer zu pflegen, um so das Verblassen der Erinnerungen des Grundgedankens "Nie wieder Krieg" und die schrecklichen Gräueltaten zu verhindern.

Die laufende Pflege der Kriegsgräberanlagen erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem "Österreichischen Schwarzen Kreuz", das aktuell gemeinsam mit dem Österreichischen Bundesheer auch Sanierungsarbeiten an der Gruppe 91 am Zentralfriedhof durchführt: "Im Österreichischen Bundesheer stellt die Traditionspflege einen Teil der gelebten Militärkultur dar. Mit der Traditionspflege verbunden, ist auch stets das bewusstmachen und die Vermittlung dessen, welchen Auftrag das Bundesheer als Teil der Gesellschaft hat und für diese erfüllt. Der Schutz von Demokratie und Menschenrechten steht dabei an oberster Stelle. Die Gedenkkultur und so auch die Denkmalpflege ist auch mit der Rolle der Streitkräfte und wie sie in einer demokratischen Gesellschaft verankert sind, verbunden. Zentral geht es darum die Erinnerungen unserer historischen Vergangenheit in die Gegenwart zu holen", sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.

Der zeitgemäße Umgang mit Kriegsgräberanlagen stellt den durch den Krieg erlittenen Schmerz und das Leid der Hinterbliebenen in den Mittelpunkt. "Die Lehre aus dem Ersten Weltkrieg ist, dass Krieg kein Mittel der Politik sein darf. Und diese Lehre ist vor dem Hintergrund des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine besonders aktuell", sagten die Bundesminister Karner und Tanner abschließend.

Quelle: BMI  //  Fotocredit: ©  BMI/Gerd Pachauer

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