MAK zeigt „SITZEN 69“ REVISITED

MAK zeigt „SITZEN 69“ REVISITED

Christoph Schartelmüller, Poster der Ausstellung Sitzen 69, Wien, 1969

Bunte, poppige Möbel und Design-Ikonen wie den "Panton Chair" (1967) von Werner Panton oder den Fauteuil "Galaxy" (1966) von Walter Pichler stellt das MAK in der Ausstellung "„SITZEN 69“ REVISITED" traditionellen hochwertigen „Tischlersesseln“ gegenüber. 1969 präsentierte das Österreichische Museum für angewandte Kunst (heute MAK) in der Möbelausstellung "Sitzen 69" gediegene „Tischlersessel“ aus Skandinavien, Italien, Deutschland und Österreich.Sitzgelegenheiten, die heute für die Epoche charakteristisch sind, fehlten damals allerdings. Zum 50-Jahr-Jubiläum dieser Ausstellung greift das MAK das Thema nochmal auf und vergleicht die aus Holz und in Handarbeit von Tischlern gefertigten Sessel mit verspielten und verrückten Möbelobjekten, die zum Inbegriff der alternativen und utopischen Wohnkonzepte der 1960er Jahre wurden.

Mit rund 45 Objekten aus der MAK-Sammlung, aufgeteilt auf vier Podeste, bietet die Schau "„SITZEN 69“ REVISITED" in der MAK-Schausammlung Historismus Jugendstil, die für die Präsentation temporär umgestaltet wird, einen Einblick in die zeitgenössische Konsumgüterproduktion der 1960er Jahre. Die Ausstellung "Sitzen 69" war nicht darauf angelegt, einen Überblick über die neuesten Tendenzen des internationalen Gegenwartsdesigns zu geben. Entsprechend den Statuten des Museums wollte sie der Aufgabe nachkommen, „Kunstindustrie und Kunstgewerbe zu fördern und den Geschmack der Zeitgenossen zu bilden“, wie dies im begleitenden Ausstellungskatalog formuliert wurde.

Als vorbildlich wurde dabei vor allem das skandinavische Design erachtet, das in der Nachkriegszeit zum Inbegriff der „guten Form“ avancierte. Möbelentwürfe aus Dänemark, Finnland, Schweden und Norwegen von Designern wie Alvar Aalto, Finn Juhl, Ole Wanscher oder Hans Wegner waren durch eine pragmatische Schlichtheit charakterisiert.

Die damalige Ausstellung stellte auch Querverweise zu österreichischen Entwürfen her, speziell zur Wiener Möbeltradition. In "Sitzen 69" waren unter anderem auch von Josef Frank entworfene und von der Wiener Firma Haus & Garten ausgeführte Sessel zu sehen, die noch aus der Zeit um 1930 stammten. Frank war zweifellos der bedeutendste österreichische Möbeldesigner und Raumgestalter der Zwischenkriegszeit; im Ausstellungskatalog "Sitzen 69" wurde er als „Begründer des damaligen ,neuen Wiener Stils‘“ genannt.

"Sitzen 69" war als Plädoyer zu verstehen, entsprechend dem international anerkannten Vorbild der skandinavischen Länder an die eigene Tradition der hervorragenden Wiener Möbelentwürfe der ersten Jahrhunderthälfte anzuknüpfen. Zugleich war damit programmatisch der Anspruch formuliert, sich nicht dem Diktat von Mode und Zeitstil zu beugen.

In den 1960er Jahren entstand unter dem Einfluss der Pop Art und des Raumfahrtzeitalters innovatives Design im Möbelbereich, darunter viele Entwürfe, die heute als „Designklassiker“ gelten, wie der "Sacco" der italienischen Designer Piero Gatti, Cesare Paolini und Franco Teodoro oder das Sitzöbjekt "Tongue" des französischen Designers Pierre Paulin. Mit ikonischen, international bekannten Beispielen erweitert die Ausstellung "„SITZEN 69“ REVISITED" den in "Sitzen 69" intendierten Blick auf die Sitzgelegenheiten der 1960er Jahre.

Quelle: MAK-Presse und Öffentlichkeitsarbeit Judith Anna Schwarz-Jungmann (Leitung)/ots  //  Fotocredit: © MAK

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