STELLUNGNAHME DER ÖSTERREICHISCHEN FEUERWEHREN ZUR GEPLANTEN ENTGELTFORTZAHLUNG

STELLUNGNAHME DER ÖSTERREICHISCHEN FEUERWEHREN ZUR GEPLANTEN ENTGELTFORTZAHLUNG

Das Präsidium des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes (ÖBFV), welchem alle neun Landesfeuerwehrkommandanten Österreichs angehören, bezieht Stellung zur geplanten Entgeltfortzahlung für freiwillige Helferinnen und Helfer. 

Wir haben eine gemeinsame Position, zu dieser stehen wir geschlossen.

 

Was wir nicht wollen!

Die geplante Einführung einer verpflichtenden Entgeltfortzahlung sehen wir sehr skeptisch, ja sogar kontraproduktiv. Wir befürchten Nachteile für Feuerwehrmitglieder am Arbeitsmarkt, wenn Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber dazu verpflichtet werden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die bei einer Freiwilligen Feuerwehr ehrenamtlich engagiert sind, 5 Tage Sonderurlaub – egal ob die Kosten rückerstattet werden oder nicht – gewähren zu müssen.

Das österreichische Feuerwehrwesen basiert auf Ehrenamtlichkeit, was ein unentgeltliches Engagement bedeutet. Eine verpflichtende Entgeltfortzahlung kann auch als eine Bezahlung der Ehrenamtlichen verstanden werden, was unserem System massiven Schaden zufügen könnte.

 

Was wir wollen!

1.  Einführung eines Bonussystems zur Unterstützung der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber

Wir haben ein Konzept entwickelt, Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern dazu zu motivieren, Feuerwehrmitglieder bei Großschadenslagen auf freiwilliger Basis für den Einsatz frei zu stellen und dafür eine Prämie zu erhalten.

2. Aufstockung der Mittel im Katastrophenfonds

Um eine langfristige Sicherung der Finanzierung der Freiwilligen Feuerwehren zu gewährleisten, sieht das Präsidium des ÖBFV zusätzlich eine Erhöhung der für die Feuerwehren zweckgebundenen Mittel im Katastrophenfondsgesetz als unbedingt erforderlich.

3. Rückerstattung der Mehrwertsteuer bei Ankäufen von Feuerwehrfahrzeugen

Eine Rückerstattung der Mehrwertsteuer würde auf die Budgets von Feuerwehr und Gemeinde positiv wirken. Das Gesamtvolumen des Mehrwertsteueraufwandes für den Ankauf der nach den Ausrüstungsverordnungen der Länder beschafften Feuerwehrfahrzeuge beträgt bundesweit etwa 20 Millionen Euro jährlich.  

Die Vertreter des österreichischen Feuerwehrwesens stehen für Rückfragen und Detailinformationen zur Verfügung und freuen sich auf offene Gespräche mit politischen Vertreterinnen und Vertretern aller Parteien, um die Anliegen der Feuerwehren zur langfristigen Verbesserung der Rahmenbedingungen für ehrenamtlich Tätige rasch und umsichtig auf Schiene zu bringen.

 

Quelle: ÖBFV

Mehr über den Autor

Das könnte Sie interessieren!

Freiwillige Feuerwehr zeigt oberösterreichweit große Schlagkraft

27. 05. 2020 | Blaulicht

Freiwillige Feuerwehr zeigt oberösterreichweit große Schlagkraft

Landesfeuerwehrkommandant Robert Mayer steht seit einem Jahr an der Spitze von 912 Feuerwehren und 94.000 Freiwilligen in Oberösterreich. Aus diesem Anlass...

Kleiner Igel aus Rohr gerettet

24. 05. 2020 | Blaulicht

Kleiner Igel aus Rohr gerettet

Die Puchheimer Feuerwehr hat am Samstagnachmittag einen kleinen Igel aus einem Montagerohr befreit. Das stachelige Tier fiel in das Rohr und konnte weder v...

Frontalzusammenstoß forderte drei Verletzte

19. 05. 2020 | BLAULICHT

Frontalzusammenstoß forderte drei Verletzte

Bezirk Vöcklabruck/B135 - Ein schwerer Unfall ereignete sich gestern zwischen zwei Motorradfahrern, einem PKW und einem LKW mit Aufleger in Niederthalheim ...

Bruderzwist bei Geburtstagsparty endete für Partygast im Krankenhaus

06. 05. 2020 | BLAULICHT

Bruderzwist bei Geburtstagsparty endete für Partygast im Krankenhaus

Zu viel Alkohol führte in Schwanenstadt zu einer handfesten Rauferei

17 - Jähriger bei Sturz aus Hochstand schwerst verletzt

24. 04. 2020 | BLAULICHT

17 - Jähriger bei Sturz aus Hochstand schwerst verletzt

Oberndorf bei Schwanenstadt - Ein 17-Jähriger und dessen 16-jährige Freundin, beide aus dem Bezirk Vöcklabruck, bestiegen am Rande eines Waldgebietes im Ge...